Thursday, 9 April, 2009
April 9th, 2009
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Die letzte Woche haben wir in den Australischen Alpen verbracht. Da wir letzten Freitag (03/04) allerdings morgens von tiefhaengenden Wolken begruesst wurden, haben wir unsere erste Bergtour zum Mount Buller fuer diesen Tag abgeblasen. Statt dessen haben wir uns in der Touristeninformation ueber Alternativen erkundigt und sind zum Sheepyard Flat gefahren. Torsten war etwas beunruhigt als wir von der Hauptstrasse auf eine Schotterpiste abbogen, die uns zum 17 Kilometer entfernten Parkplatz bringen sollte, aber die Strasse stellte sich als verhaeltnismaessig gut heraus. Das einzige, was uns Sorge bereitete, waren die Einheimischen, die uns hin und wieder wie die Verrueckten auf der engen kurvigen Strasse entgegenrasten. Jedesmal beteten wir, dass kein Stein unsere Windschutzscheibe trifft. Sheepyard Flat ist ein Campingplatz, der aber zu dieser Jahreszeit nahezu ausgestorben ist. Wir parkten also das Auto und fanden nach einigem Suchen auch den Anfang des Wanderweges. Wanderwegausschilderung gehoert nicht zu den Staerken der Australier. Aber zum Glueck war dieser Wanderweg recht leicht im Unterholz des Waldes zu finden. Der Weg fuehrte uns an einer verlassenen Goldmine vorbei. Im Gegensatz zu dem, was wir in Ballarat gesehen hatten, war dies eine Investruine. Keine Firma, die die Goldmine uebernommen hatte (und es gab einige) hat je so viel Gold gefunden, dass sich das Investment gelohnt haette. Daher wurde die Mine Ende des 19. Jahrhunderts der Natur ueberlassen. Interessant, auch die andere Seite des Goldrausches zu sehen. Am Ende des Weges kamen wir auf eine Lichtung, auf der eine alte Holzhuette stand. Das war Frys Huette, benannt nach Herrn Fry, der mehrere solcher Huetten in den Bergen gebaut hatte und mehr oder weniger als Einsiedler dort lebte. Die Huette wird instandgehalten, so dass Wanderer hier im Notfall einen Unterschlupf haben. Den hatten wir zu dem Zeitpunkt auch noetig, denn es fing an zu regnen. Zum Glueck liess der Regen bald nach und nach einer kurzen Mittagspause liefen wir zurueck zum Auto. Auf dem Rueckweg haben wir frische Lebensmittel eingekauft und haben es uns in unserem Zimmer gemuetlich gemacht.
Am naechsten Morgen (04/04) wurden wir vom blauen Himmel begruesst. Da unser naechstes Ziel nicht sehr weit entfernt war, beschlossen wir den Mount Buller zu ersteigen. Das hoert sich schlimmer an als es ist. In Australien kann man fast alles mit dem Auto erreichen (deshalb stehen sie derzeit auch auf Platz 1 der Liste uebergewichtiger Nationen). Der Wanderweg auf den Gipfel ist ein Rundweg von etwa 3 Kilometern. Trotz der limitierten Anstrengung wurden wir mit einem tollen Ausblick belohnt. Wir standen einem nicht nur ueber allen umliegenden Gipfeln, sondern auch ueber den kleinen Schaefchenwolken, die sich langsam auf uns zu bewegten. Nach der Gipfeltour fuhren wir wieder bergab, hielten aber angesichts der fruehen Tageszeit nocheinmal etwas weiter unten im Tal, um zu einem nahen Wasserfall zu laufen, wo wir unsere Mittagspause einlegten. Anschliessend fuhren wir zu unserem naechsten Zielort – Beechworth. Da es Wochenende war, konnten wir in keinem der billigeren Motels eine Unterkunft finden. Daher sind wir in einem huebschen Appartment mit Wohnzimmer, Schlafzimmer, Kuechenzeile, Bad mit Whirlpool und Terasse mit freiem Blick in die Landschaft gelandet. Wir haben Pasta und Wein im Supermarkt gekauft und haben es uns gemuetlich gemacht. Da wir das schoene Appartment, das kostenlose Internet und die kostenlose Sonntagszeitung geniessen wollten, sind wir am folgenden Tag (05/04) den ganzen Tag in der Wohnung geblieben. Wir haben uns fast so gefuehlt als haetten wir wieder ein zu Hause.
Am Montag (06/04) haben wir uns aber aufgerafft und haben Beechworth besichtigt, eine weitere Stadt aus der Goldgraeberzeit. Hier gibt es noch viele alte Gebaeude aus dem 19. Jahrhundert, einige in Museen umgewandelt, andere immernoch als Laeden genutzt. Das alte Telegrafenamt hat sogar noch eine intakte Telegrafenstation, von wo man Telegramme abschicken kann – nur dass diese heutzutage laenger dauern als Briefe. Mittags haben wir uns Pies in der Baeckerei gekauft und sie am nahegelegenen See gegessen bevor wir zum multikulturellen Friedhof und zum Pulvermagazin fuhren. Am naechsten Tag (07/04) sind wir ins nahegelegene Yackandandah gefahren, einer weiteren Goldgraeberstadt. Hier gingen wir ins Museum, das unter anderem eine originale Huette aus dem 19. Jahrhundert hat, in dem eine Familie mit 8 Kindern in 2 Raeumen gelebt hat. Nach einer kurzen Mittagspause in der Baeckerei sind wir zum alten Kanal gefahren, den die Goldgraeber gegraben hatten, um die Mine mit Wasser zu versorgen. Dort gibt es wieder einen Wanderweg, der allerdings so schlecht ausgeschildert ist, dass wir irgendwann umgekehrt sind. Den Nachmittag haben wir auf unserer Terasse verbracht, wo wir in der Waerme der Herbstsonne unsere Buecher gelesen haben.
Gestern (08/04) haben wir ganz in Ruhe unsere Sachen zusammengepackt und sind zunaechst ins Stadtzentrum von Beechworth gefahren, um unsere Waesche im Waschsalon zu waschen. Waehrend wir auf die Waschmaschine warteten, haben wir im Hotel Transwell einen Kaffee getrunken. Mit sauberer Waesche sind wir dann aufgebrochen, um ueber den Alpinen Pass durch die Snowy Mountains zu fahren. Die Fahrt war sehr schoen mit vielen tollen Aussichtspunkten ueber Berge und Taeler. Allerdings liegt zu dieser Jahreszeit noch kein Schnee auch wenn der Name der Bergregion das vermuten laesst. Gegen 6 Uhr abends sind wir in Cooma angekommen. Der Ort ist urspruenglich lebendig geworden als das groesste Wasserkraftwerksystem Australiens hier gebaut wurde und lebt jetzt im wesentlichen vom Tourismus waehrend der Skisaison. Das Hostel, das wir vorgebucht hatten, war nach unserem Luxusurlaub in Beechworth sehr gewoehnungsbedurftig. Wieder gab es nur einen Herd aus den 1960ern (wie wir ihn in Tasmanien schonmal hatten und auf dem man eigentlich nicht wirklich kochen kann). Wir haben uns daher fuer Salat, Pitabrot und Dip entschieden. Torsten hat zwei der vier Betten zusammengeschoben, so dass wir ein Doppelbett haben.
Heute morgen (09/04) sind wir zuerst nach Jindabyne gefahren, wo es ein Informationszentrum fuer den Nationalpark Snowy Mountains gibt. Dort konnten wir auch gleich einen Tagespass kaufen. Anschliessend sind wir in die Berge gefahren. Wir hatten uns entschieden, mehrere kleine Wanderwege zu laufen, um die Vielfaeltigleit der Landschaft zu sehen anstatt den grossen Weg zum Gipfel des hoechsten Berges. Der erste Weg fuehrte uns 6 km durch den Wald entlang eines Baches bis zu einem Wasserfall. Auf dem Rueckweg ist uns im Unterholz ein Kaenguruh begegnet und wir haben uns minutenlang skeptisch gegenseitig in die Augen gesehen, bis es eilig davon huepfte. Als wir anschliessend auf dem Parkplatz Mittag assen pirschte sich ein weiteres Kaenguruh an uns heran, wohl in der Hoffnung sich etwas zu fressen zu erbetteln. Anschliessend fuhren wir zum Charlotte Pass. Dort sind wir zuerst einen kurzen Weg entlang uralter Eukalyptusbaeume bis zu einer Aussichtsplatform gelaufen, von wo wir einen guten Blick auf Australiens hoechsten Berg Mount Kosciuszko (2228m) hatten. Danach haben wir den Weg zum Blauen See genommen, allerdings lief uns am Ende die Zeit davon und wir mussten umkehren, bevor wir den See erreichten, um nicht von der Dunkelheit ueberrascht zu werden.
Am Samstag, den 28. Maerz sind wir recht zeitig von unserer Ferienwohnung in Hobart aufgebrochen, da wir auf dem Rueckweg nach Devenport noch den Freycinet Nationalpark mit der bekannten Wineglass Bay und auch Launceston besuchen wollten. Leider hatten wir nicht gedacht, dass der Abstecher zum Nationalpark die Fahrzeit nach Devenport etwa verdoppelt. Also mussten wir uns entscheiden und liessen den Besuch in Launceston ausfallen. Im Nationalpark haben wir aber zwei sehr schoene und ausgiebige Spaziergaenge gemacht und neben der Wineglass Bay auch noch die Sleepy Bay gesehen, die, wie wir finden fast genauso schoen ist. Auch der Leuchtturm auf Kap Tourville ist malerisch und von der ihn umgebenden Steilkueste hat man einen prima Ausblick. Alles ist allerdings ziemlich touristisch und es war auch recht voll, was aber vermutlich daran lag, dass Wochenende war. Den Rest des Tages haben wir im Auto auf der Fahrt nach Devenport verbracht, wo wir kurz nach Sonnenuntergang ankamen. Die Pension, in der wir ein Zimmer gebucht hatten, war plueschig und eng, haette so auch gut in England oder Schottland stehen koennen. Wir haben nur unsere kleinen Rucksaeck mit reingenommen, was wegen des geringen Platzangebotes eine gute Idee war. Nach dem Einchecken sind wir in einem indischen Restaurant unweit der Pension essen gegangen und dann schnell eingeschlafen. Am naechsten Morgen (So, 29.3.) klingelte der Wecker schon vor sieben, da wir frueh aufstehen mussten, um unsere Faehre zu bekommen. Gemeinsam mit zwei anderen, die auch auf die Faehre wollten, bekamen wir ein extra fruehes Fruehstueck und fuhren dann los. Das Einchecken auf die Faehre oder besser die Wartezeit in der Schlange bis zum Einchecken hat eine ganze Weile gedauert. Beim Ablegen habe ich noch ein paar Fotos vom Devenporter Hafen gemacht. Auf der Faehre haben wir Marks Mutter und ihren Partner getroffen. Mark hatte uns und ihr schon vor einiger Zeit Bescheid gegeben und die beiden sassen dann eine Weile bei uns und erzaehlten von ihrer achtmonatigen Rundreise durch Australien im vergangenen Jahr. Ansonsten hatten wir wieder einen Platz mit Steckdose, was ich zum Fotosortieren nutzte. Als wir uns Melbourne naeherten, konnten wir schon von Weitem das Getoese der Motoren der Formel 1 Autos hoeren, die gerade um den Grossen Preis von Australien fuhren. Die Rennstrecke ist unweit der Bucht und, was fuer uns wichtiger war, kann zum Teil von Annettes und Marks Dachterasse ueberblickt werden. Allerdings dauerte es ueber eine Stunde nach dem Anlegen, bis wie endlich von der Faehre fahren konnten und auch der Verkehr um die Rennstrecke war sehr dicht, so dass wir bei erst bei Annette und Mark ankamen, als das Rennen lange vorbei war. Auch die Party, die die beiden anlaesslich des Rennens gaben und zu der wir eingeladen waren, loeste sich langsam auf. Wir unterhielten uns noch eine Weile mit den letzten Gaesten, die schon ziemlich angeheitert waren und anschliessend, etwas ruhiger im Wohnzimmer mit Annette und Mark. Am Montag, 30. Maerz mussten beide frueh zur Arbeit, so dass wir allein fruehstueckten und dann mit der Strassenbahn ins Stadtzentrum fuhren. Das dauert nur etwa 15 Min und das Auto hatten wir gluecklicherweise in die Tiefgarage unter dem Wohnhaus stellen koennen. Wir besuchten das Immigrationsmuseum, das ja schon eine Weile auf unserem Plan stand. Anschliessend schoss ich ein paar Fotos an der Yarra, dem Fluss an dem Melbourne liegt und wir liefen ein wenig durchs Stadtzentrum und nahmen einen Imbiss zu Mittag. Da es sonnig war, tranken wir anschliessend unseren Kaffee im Freien. Auf dem Rueckweg hielten wir im sog. Kunstviertel an, wo sich viele Galerien und Theater befinden. Spontan entschieden wir uns, am Abend ins Theater zu gehen und kauften Karten. Ausserdem besorgten wir uns auch Tickets fuer Buena Vista, das Anfang Mai laeuft und in das wir mit Kathy und Terry gehen wollen. In der Wohnung hatten wir nur Zeit, uns schnell umzuziehen, bevor wir wieder in Richtung Theater aufbrechen mussten. Das Stueck hiess “The year of the magical thinking”, war recht schwer, aber sehr gut gemacht. Anschliessend assen wir eine Kleinigkeit zu abnd an einem asiatischen Imbiss. Wir liessen den abend ausklingen in Annettes und Marks bei einem Bier. Der naechste Tag (Di, 31. Maerz) begann wieder mit Fruehstueck in der Wohnung, wobei wir uns sehr viel Zeit liessen und auch ins Café unten im Gebauede gingen, wo Peggy Tagebuch schrieb und ich las. Dann sind wir durch St. Kilda, das ist der Stadtteil, in dem Annette und Mark wohnen, bis zur Bucht gelaufen, wo sich die St. Kilda Pier befindet. Dort sassen wir eine ganze Weile und haben auch etliche Fotos geschossen. Nachdem wir uns ein Eis gegoennt hatten, sind wir ueber die belebte Fitzroy Street zurueckspaziert, haben uns kurz ausgeruht und sind dann – wieder mit der Strassenbahn – ins Stadtzentrum gefahren, wo wir erst mal am Fluss Yarra in eines der vielen Restaurants eingekehrt sind und uns etwas Kaese und Pizza haben schmecken lassen. Danach sind wir in das nur ein paar Schritte entfernte hoechste Gebaeude von Melbourne gegangen, wo es eine Aussichtsplattform Hoehe gibt, von der es heisst, dass sie die hoechste in der suedlichen Hemisphaere ist. Der Ausblick von dort oben ist tatsaechlich super, wir haben eine ganze Weile dort verbracht, viele Fotos geschossen und dem Sonnenuntergang zugeguckt. Anschliessend sind wir noch fuer ein Bier in eine der Bars am Fluss gegangen, bevor wir zurueckgefahren sind und den Abend mit einem Schwaetzchen mit Annette und Mark beendet haben. Es war Marks Geburtstag und die beiden waren zum Essen ausgegangen.
Gestern (Mi, 1. April) haben wir uns nach dem Fruehstueck erst mal um unsere Waesche gekuemmert. Annette hatte uns erlaubt, ihre Waschmaschine zu benutzen. Dann sind wir ins Zentrum gefahren, wo wir die Nationalgalerie von Victoria besucht haben. Das war sehr interessant und wir haben recht lange dort verbracht. Mittags haben wir einen Imbiss im Museumscafé gekauft und uns damit auf die sonnige Terasse gesetzt. Wir haben dann den Nachmittag entspannt beendet, indem wir uns an den Fluss gesetzt, erst eine Kaffee und spaeter einen Fruchshake getrunken haben und dabei in unseren Buechern lasen. Abends sind wir dann gemeinsam mit Annette und Mark in ein nicht allzuweit von ihrer Wohnung entferntes nepalesisches Restaurant zum Abendessen gefahren. Wir hatten zuvor noch nie nepalesisch gegessen uns stellten fest, dass es viele Aehnlichkeiten mit der indischen Kueche hat, was nicht sonderlich ueberrascht, da Nepal ja an Indien grenzt. Auf dem Heimweg zeigten uns Annette und Mark dann noch die Chapel Street, eine bunte Einkaufsstrasse. Wir veranschiedeten uns abends noch von den beiden, da wir fuer heute unsere Weiterfahrt geplant hatten.
Heute (Do, 2. April) morgen sind wir gleich nach dem Fruehstueck in Richtung Mansfield im High Country, eine bergigen Region im Norden von Victoria aufgebrochen. Unser erster Stop war in der Touristeninformation der etwas groesseren Stadt Seymour, wo das High Country beginnt. Dort haben wir uns eine detailliertere Karte der Gegend geben lassen und von der netten Dame noch einige Infos erhalten. Nachdem wir in Seymour auch noch ein paar Lebensmittel eingekauft hatten sind wir zum Lake Eildon weitergefahren. Es gibt dort auch einen kleine Ort gleichen Namens, aber wir waren von unserem Besuch dort ziemlich enttaeuscht. Zuerst war der Weg zum See so schlecht ausgeschildert, dass wir zweimal falsch gefahren sind und wenden mussten, dann stellte sich heraus, dass ueberall wo wir einen schoenen Blick ueber den See gehabt haetten, am Ufer Privatgrundstuecke mit vielen Verbotsschildern sind. Nur an der Stelle wo der sehr industriell aussehende Damm ist, gibt es einen Ausguck, von dem aus man neben dem Damm im wesentlichen Hochspannungsleitungen vom Wasserkraftwerk im Tal sieht. Uns ist voellig unklar, warum dieser Ort in den Tourismusbroschueren so empfohlen wird. Enttaeuscht sind wir weitergefahren, wurden aber nach ein paar Kilometern durch schoene Ausblicke ueber die bewaldeten Berge im gegenueberliegenden Nationalpark entschaedigt. Bei der Weiterfahrt sind wir durch einen Ort mit dem Namen Alexandra gekommen. Natuerlich habe ich das Ortsschild fotografiert. In Mansfield, das eigentlich erst im Winter, wenn in die Gegend Skigebit ist, zum Leben kommt, haben wir in unser Motel eingecheckt. Wir haben ein gemuetliches Zimmer und die Gemeinschaftskueche ist gleich nebenan. Waehrend Peggy Fotos sortiert hat, habe ich dort Abendessen gekocht.
Inzwischen neigt sich unser Besuch auf Tasmanien dem Ende zu. Es war sehr schoen hier. Am Samstag, den 21. Maerz, sind wir puenktlich um 6.30 Uhr abends in Devenport angekommen und konnten auch einigermassen schnell von Bord. Wir sind dann gleich in das Hostel gefahren, dass wir gebucht hatten, waren aber von der Qualitaet nicht sehr angetan. Ein Blick in die Gemeinschaftskueche hat uns ueberzeugt, dass wir hier nicht kochen wollen. Statt dessen sind wir mit dem Auto ins Zentrum von Devenport gefahren. Devenport ist ein sehr ruhiges kleines Staedtchen und das groesste Ereignis ist das Einlaufen der Faehre an jedem Morgen, die dann Tausende Besucher ausspuckt, von denen die meisten aber gleich weiterfahren. Nur am Wochenende kommt die Faehre auch abends und viele Besucher bleiben, wie wir, ueber Nacht. Das haben wir dann allerdings auch bemerkt, denn von den drei Restaurants, die wir im Zentrum gefunden haben, waren zwei so voll, dass wir keinen Tisch bekamen, so dass wir keine Wahl hatten und in die Pizzeria gingen, wo die Pizzas zwar sehr gross aber nicht besonders gut waren. Am naechsten Morgen sind wir nach kurzem Fruehstueck in Hostel in Richtung Stanley an der Nordwestseite Tasmaniens losgefahren. Das ist einer der Orte, den uns Terry empfohlen hatte. Der Weg fuehrte uns an der Nordkueste entlang, die an vielen Stellen sehr malerisch und mit netten kleinen Orten gesaeumt ist. Wir machten unseren ersten Halt in Penguin, einem kleinen Dorf, dass im Reisefuehrer wegen seines netten Cafés empfohlen wird. Dort nahmen wir dann auch einen Kaffee und eine Kleinigkeit zu essen zu uns. Ausserdem genossen wir es, in der Sonne entlang der Uferstrasse zu spazieren. Dann fuhren wir weiter und wurden angelockt von Schildern des Papierzentrums in Burnie, unserem naechsten Halt. Dort werden aus Papier allerlei Skulpturen und aehnliches hergestellt. Wir schauten uns die Sachen an und fanden sie recht witzig. Auch in Burnie befindet sich das Werksgeschaeft der dortigen grossen Kaeserei. Natuerlich mussten wir auch dort hineinschauen. Dort wird nicht nur Kaese verkauft, sondern auch verschiedene Marmeladen, fuer die Tasmanien in Australien bekannt ist, verkauft. Das war unsere Gelegenheit, ein paar Mitbringsel fuer Terry und Kathy sowie Annette und Mark zu erstehen. Auf der Weiterfahrt hielten wur noch mal in Wynyard, wo wir ein Stativ gekauft haben, um unsere Fotos zu verbessern. Natuerlich mussten wir das gleich ausprobieren. Am Nachmittag sind wir dann auf das Table Cape gefahren, ein Landspitze an der Nordkueste mit Steilkueste und schoenem Blick auf den Rest der Kueste. Dort gibt es auch einen historischen Leuchtturm, den wir besichtigt und fotografiert haben. Das war nicht mehr weit entfernt von Stanley, wo wir gegen Abend ankamen, allerdings nicht ohne vorher die Nut, den grossen, malerischen Felsen, vor dem der kleine Hafenort Stanley liegt, in der Abendsonne zu fotografieren. Wir hatten ein Zimmer im Stanley Hotel, einem offensichtlich sehr alten, aber gut erhaltenen Hotel gebucht. Das Hotelrestaurant war gut gefuellt, aber wir hatten Glueck und bekamen einen Platz auf der Terasse, wo wir zwei exzellente Fischgerichte gegessen haben. Als die Sonne untergegangen war, wurde es auf der Terasse recht frisch, so dass wir uns an einen gerade frei gewordenen Tisch nach drinnen zurueckzogen, um dort unsere Crème Brulee zu essen.
Am naechsten Morgen (Mo, 23. Maerz) fruehstueckten wir in unserem kleinen Zimmer und checkten dann aus dem Hotel aus und fuhren dann an den kleinen Hafen, um ein paar Fotos zu machen. Eigentlich wollten wir nach Strahan, konnten dort telefonisch aber keine Unterkunft buchen, so dass wir beschlossen, statt dessen direkt bis nach Hobart, der Hauptstadt zu fahren, wo wir dann fuer die naechsten fuenf Naechte eine kleine Ferienwohnung gebucht haben. Die Fahrt bis dorthin dauerte den ganzen Tag, da wir die Insel einmal diagonal durchqueren mussten. Ausserdem fuehrt die Strasse durch bergige Teile von Tasmanien, so dass man auf den kurvenreichen und steilen Strassen nicht sehr schnell voran kommt. Unterwegs hielten wir ein paar mal, um uns auszuruhen, etwas zu essen und Fotos zu machen. In Queenstown, einer alten Bergbaustadt, konnten wir eine historische Eisenbahn beobachten, wie sie gerade mit einer Ladung Touristen aus dem ebenfalls historischen Bahnhof fuhr. Wir setzten uns dort ins Café zu Kaffee und einem Stueck Kuchen. Gegen sieben Uhr abends kamen wir in Hobart an und checkten in unser gemuetliches Ferienappartment ein. Wir haben hier ein kleines Wohnzimmer mit Sofa, Esstisch und Kuechenzeile, ein Schlafzimmer und Bad. Da wir immerhin fuenf Naechte hier sind, ist es fast wie ein kleines Zuhause, denn so langsam geht uns das staendige Ein- und Auspacken auf die Nerven. Am Dienstag, 24. Maerz, sind wir nach gemuetlichem Fruehstueck in unserer kleinen Wohnung und Lebensmittel- und Sockeneineinkauf im nahen Supermarkt mit dem Bus ins Stadtzentrum gefahren, wo wir erst die Touristeninformation besucht und uns anschliessend den Hafen angesehen haben. Das Stadtzentrum liegt fast direkt am Wasser, es war sonnig und es hat uns gut gefallen. Hobart ist mit seinen gerade mal gut zweihunderttausend Einwohnern (ganz Tasmanien hat nicht mehr als 480.000) eine recht ueberschaubare Landeshauptstadt. Alles hier geht recht gemaechlich zu, wenn man es mit z.B. Melbourne vergleicht, der Hauptstadt von Victoria. Nach einem kleinen Imbiss in der Einkaufsstrasse habe ich in einem der Schuhgeschaefte ein neues Paar Trekkingschuhe gekauft und die alten, die trotz Schuhspray, dass ich seit Malaysia benutzt habe, mittlerweile einen auf Dauer eher unangenehmen Geruch entwickelt haben, gleich dort gelassen. Auch konnten wir nicht an einem Antiquariat vorbeigehen, wo wir mit fuenf Buechern beladen wieder herauskamen. Zum Glueck sind wir ja mit dem Auto unterwegs. Wir werden wohl auch noch die Dienste der australischen Post nutzen, um ein grosses Paket nach Hause zu schicken. Anschliessend haben wir noch Salamanca besucht, wo samstags immer ein farbenfroher Markt stattfindet und sind dann zum Abendessen zurueckgefahren. Beim Kochen stellte sich heraus, dass der Herd etwas eigenartig ist. Anscheinend hatten wir es mit einem Modell aus der Zeit zu tun, als Kapitaen Cook die australische Ostkueste kartographiert hat. Jedenfalls dauerte das Kochen von einem Topf Nudeln etwa eine Stunde. Aber am Ende kam etwas Essbares heraus. Am folgenden Tag (25. Maerz) haben wir einen Tagesausflug an die Suedspitze der Insel nach Port Arthur unternommen. Dort befand sich ab 1830 eine der grossen Gefangenenkolonien auf Van Diemen’s Land, wie Tasmanien bis 1856 hiess. Das Gelaende ist heute ein weitlaeufiges Freilichtmuseum, wo wir den verschiedene Gebaeude besucht, an einer Fuehrung und einer Hafenrundfahrt teilgenommen haben. Alles war sehr interessant und uns wurde sehr schnell klar, dass wir damals keine Gefangenen haetten sein wollen. Das Wetter war uns nur teilweise hold, zwischendurch gab es immer wieder mal einen Schauer, aber da konnten wir in eines der Gebaeude oder ins Museumscafé gehen. Gegen abend fuhren wir wieder nach Hobart zurueck und assen in unserem kleinen Appartment. Am naechsten Morgen (Do, 26.3.) sind wir schon etwas eher aufgestanden, da wir einen recht langen Ausflug geplant hatten, und zwar zum St. Clair See, an dem wir schon vorbeigefahren waren, als wir aus Stanly kamen. Allerdings hatten wir da keine Zeit. Also sind wir die knapp drei Stunden bis St. Clair gefahren und waren unangenehm ueberrascht, dass das Wetter im Inneren der Insel regnerisch war, waehrend wir morgens in Hobart Sonne hatten. Ausserdem war es ziemlich kuehl, so dass wir uns erst mal mit einem Kaffee am Holzofen im Café des Besucherzentrums niedergelassen haben. Dann haben wir trotz Regenschauern eine kleine Wanderung von anderthalb Stunden durch den dichten Wald am See gemacht. Wir hatten Glueck und blieben erst mal eine ganze Weile trocken. Erst zum Ende hin wurde der Regen wieder staerker, so dass wir anschliessend noch mal ins Café eingekehrt sind, um unsere Sachen zu trocknen. Danach fuhren wir drei Stunden lang zurueck nach Hobart, wobei wir hin und wieder unterwegs angehalten haben, um Fotos zu machen. Abendessen gab es dann wieder in der Ferienwohnung. Heute (Fr. 27. 3.) sind wir hier in der Ferienwohnung geblieben und verbringen den Tag mit Waesche waschen, Tagebuch schreiben, Fotos sortieren und ins Internet einstellen und auch Packen fuer unsere Weiterfahrt morgen.
Nach kurzem Fruehstueck und Tanken in Coober Pedy sind wir am Dienstag, 17. Maerz aufgebrochen und fast den ganzen Tag gefahren, bis wir im etwa 850 km entfernten Adlelaide angekommen sind. Unterwegs haben wir nur ein paar mal angehalten, um zu tanken und etwas zu essen. Ausserdem ist es fast schon Standard geworden, dass wir hin und wieder an der Tankstelle ein Eis mitnehmen. Am fruehen Abend haben wir dann wieder im YHA Hostel Adelaide Central eingecheckt. Wir hatten zwar schon bessere Unterkuenfte, aber hier wussten wir, dass es akzeptabel ist, verhaeltnismaessig preiswert und wir kannten uns aus. Ausserdem war es nur fuer eine Nacht, denn am naechsten Morgen (Mi, 18. Maerz) sind wir relativ frueh aufgebrochen und ins etwa 700 km entfernte Ballarat, einer alten Goldgraeberstadt, weitergefahren. Unterwegs kamen wir wieder durch Keith, wo wir getankt und etwas gegessen haben. Nach der langen Fahrt und dem Einchecken am spaeten Nachmittag in die nette Pension am Sovereign Hill haben wir den Rest des Tages im Zimmer verbracht, dort ferngesehen und gelesen. Peggy hat auch etwas geschlafen, bevor wir zu Abend gegessen haben. Am naechsten Tag (Do, 19. Maerz) stand der Besuch von Sovereign Hill, gleich nebenan auf unserem Programm. Das ist ein grosses Freiluftmuseum, in dem eine Goldgraeberstadt aus der Mitte bis Ende des 19. Jahrhunderts nachgebaut wurde. Alles sieht authentisch aus und ist frei zugaenglich. Es gibt hier viele Angestellte und Freiwillige, die in Kleidung umherlaufen, wie sie im 19. Jh getragen wurde. Wir haben zwei unterirdische Goldminen besucht, vieles ueber das harte Leben zur Zeit des Goldrausches gelernt und beim Giessen eines Goldbarren zugesehen. Und natuerlich haben wir die Gelegenheit genutzt, Fotos von der interessanten Kulisse zu machen. Die Stadt wirkt etwas wie ein Filmset. Im Fotostudio haben wir uns in alte Kostueme stecken und fotografieren lassen. Wir verbrachten fast den ganzen Tag in Sovereign Hill und hatten am Ende gar keine Zeit mehr, uns das Stadtzentrum von Ballarat, dass auch ganz huebsch sein soll, anzusehen, denn wir sind anschliessend ins nur etwa 100km entfernte Melbourne zurueckgefahren, wo wir von Terry und Kathy herzlich emfangen wurden und dann gemeinsam zu Abend gegessen haben.
Den gestrigen Tag (Fr, 20. Maerz) haben wir genutzt, um uns zu organisieren. Wir haben, nachdem wir mit Terry gefruehstueckt hatten, Fotos sortiert, Fluege in die USA und bis zurueck nach Hause recherchiert und dann auch gebucht, ich habe das Auto gewaschen und ausgesaugt, Peggy hat Google Maps aktualisiert und wir haben fuer unseren Ausflug nach Tasmanien gepackt. Am fruehen Abend sind wir mit der Bahn in die Stadt gefahren, wo wir uns mit Mark und Annette zum Abendessen in einem malaysischen Restaurant getroffen haben. Es war ein sehr netter Abend, auch wenn wir nicht allzu spaet zurueckgefahren sind, denn heute morgen (Sa, 21. Maerz) mussten wir schon um sechs Uhr aufstehen, um unsere Faehre nach Tasmanien zu bekommen. Die Fahrt zum Hafen ging recht zuegig und mit hunderten anderer Autos fuhren wir in die Parkdecks der Faehre. Das Schiff ist noch deutlich groesser als die Faehre, die wir ueber die Cook Strait in Neuseeland genommen hatten. Aber die Ueberfahrt ist ja auch deutlich weiter. Fuer die Strecke von Melbourne nach Devenport sind gut 9 Stunden veranschlagt. Jetzt sitzen wir auf dem obersten Passagierdeck in der Naehe der Bar, wo es Stromanschluss gibt, so dass wir den PC nutzen koennen. Heute abend gegen sechs oder halb sieben sollen wir ankommen.
Am Donnerstag, den 12. Maerz sind wir nach einem kurzen Fruehstueck gegen 8 Uhr in Richtung Ayers Rock aufgebrochen. Die Fahrt war unproblematisch, nur einmal, etwa auf halbem Weg zwischen Marla und Kulgera, flogen uns zwei Voegel gegen die Windschutzscheibe. Eine groessere Anzahl von, wie wir spaeter sahen, Papageien, sass auf der Fahrbahn und pickte an einem offensichtlich ueberfahrenen Tier. Sie flogen auch auf, wie ich erwartet hatte, allerdings waren zwei der Voegel offensichtlich zu langsam, so dass sie nicht hoch genug waren, als wir mit immerhin noch knapp 90 km/h durch den Schwarm fuhren. Als sie auf der Scheibe aufkamen, knallte es ziemlich laut und ich bin recht sicher, dass sie den Aufprall nicht ueberlebt haben. Generell ist im Outback die Gefahr, ein Tier zu ueberfahren, groesser, als mit einem anderen Auto zu kollidieren. Wir haben viele tote Tiere auf der Strasse gesehen. Die Gefahr ist am groessten in der Nacht und der Morgen- und Abenddaemmerung. Daher versuchen wir, das Fahren zu diesen Zeiten zu vermeiden. Kurz danach erreichten wir die Grenze zu den Northern Territories, dem Bundesstaat, in dem sich Ayers Rock befindet. Uberraschenderweise sind einige Regelungen in Australien in den einzelnen Bundesstaaten ziemlich unterschiedlich. Ein Beispiel sind Geschwindigkeitsbegrenzungen. Waehrend man auf Landstrassen in Victoria, dem Bundesstaat, in dem sich Melbourne befindet, maximal 100 km/h fahren darf, sind es in Southern Australia i.d.R. 110 km/h. Und in den Norther Territories darf man dann 130 km/h fahren. Ausserdem gibt es strenge Quarantaenevorschriften. Beispielsweise ist es verboten, aus anderen Bundesstaaten frisches Obst, Gemuese oder sonstige Pflanzen nach South Australia einzufuehren. Wenn man erwischt wird, sind die Geldstrafen ziemlich hoch. Fuer uns ist das alles nicht so richtig nachvollziehbar, denn es ist doch das gleiche Land. Aber vermutlich liegt die Erklaerung in der Geschichte, als die Bundesstaaten alle noch selbstaendige Kolonien und direkt London unterstellt waren. Gegen Mittag verliessen wir den Stuart Highway, auf dem wir seit Port Augusta waren, und bogen links auf den Lasseter Highway ab, quasi eine Stichstrasse nach Ayers Rock, etwa 280 km lang. Um genau zu sein, kann man in der Verlaengerung dieser Strasse bis in den Westen Australiens weiterfahren. Aber ab den Olgers (etwa 45km hinter Ayers Rock) ist die Strasse nur noch eine Schotterpiste und man faehrt 1500km durch das Outback, ohne auf eine moderne Siedlung zu treffen. Ausserdem, da das meiste Land in der Gegend dort Aboriginies gehoert, braucht man eine Genehmigung, um dort entlangzufahren. Ich kann mir nicht vorstellen, dass da viele Leute unterwegs sind. Dagegen sind wir auf dem Lasseter Highway relativ vielen Autos begegnet, fast ausnahmslos Touristen unterwegs zwischen Alice Springs, dem Flughafen, den die meisten Ayers Rock Besucher anfliegen, und Ayers Rock. Es gibt auch eine ziemlich grosse Anzahl von Bussen, denen wir, wenn es ging, aus dem Weg gingen, da wir keine Lust auf grosse Reisegruppen hatten. Allerdings konnten wir es manchmal nicht verhindern, wie z.B. bei Curtin Springs, der letzten Tankstelle auf dem Weg. Dort stellten wir auch fest, dass der Kauf der Huete und Netze gegen die Fliegen eine lohnende Investition war. Die kleinen Viecher hier waren noch deutlich zahlreicher und aufdringlicher als in Flinders Range. Ausserdem bemerkten wir hier, dass es noch deutlich heisser ist, als in Marla. Tagsueber stiegen die Temperaturen bis auf 38 Grad. Etwa 35 km vor Ayers Rock sahen wir an der linken Seite der Strasse einen grossen, flachen Berg, der sich aus der Ebene des Outbacks erhebt. Zuerst dachten wir, dass das schon Ayers Rock ist und waren ueberrascht, dass man ihn so weit sehen kann. Aber ein Blick in den Reisefuehrer belehrte uns dann, dass das Mount Conner ist, den fast alle Touristen zuerst fuer Ayers Rock halten. Am fruehen Nachmittag kamen wir dann in Yulara, so heisst das Touristendorf bei Ayers Rock, an. Und das ist gar nicht so klein. Laut Reisefuehrer hat das Resort, das der einzige Anbieter dort ist 5000 Betten, aufgeteilt in verschiedene Hotels und Hostels. Dass es keine Konkurrenz gibt, merkt man an den Preisen. Gluecklicherweise hatten wir per Internet vorgebucht und eine einigermassen akzeptable Rate bekommen. Das Einchecken dauerte eine Weile, da wir Minuten nach einer deutschen Reisegruppe ankamen, die alle einzeln und umstaendlich eincheckten. Bei Hotelempfang stellten wir zu unserer Ueberraschung fest, dass es zwischen Adelaide und hier noch einmal einen einstuendigen Zeitunterschied gibt. Wir waren jetzt also anderthalb Stunden hinter Melbourne. Unser Zimmer stellte sich zu unserer Freude als geraeumig und komfortabel und natuerlich klimatisiert heraus. Wir hatten zwar keine Kueche, aber einen Wasserkocher, Tassen und Teller. Als sich der Sonnnenuntergang ankuendigte und die Temperatur draussen ertraeglichen wurde, fuhren wir in den Nationalpark zum Parkplatz, von dem aus man, Ayers Rock, der von der untergehenden Sonne beschienen wird, beobachten kann. Unterwegs mussten wir fuer den Eintritt in den Nationalpark bezahlen, aber das Ticket ist fuer drei Tage gueltig, so dass wir es ausnutzen koennen. Es gibt zwei verschiedene Parkplaetze zum Beobachten des Sonnenuntergangs, einen fuer Busse und einen fuer Autos, auf dem wir standen. Es war nicht allzu voll und so konnten wir in Ruhe das magische Farbspiel beobachten. Die Veraenderung der Farbe des an sich roten Steins ist schon sehenswert. Natuerlich schoss ich zu viele Fotos. Zurueck im Hotel assen wir nur schnell im Zimmer eine Kleinigkeit zu Abend und gingen dann schlafen, denn am naechsten Morgen (Fr, 13. Maerz) sind wir schon um 5.30 Uhr aufgestanden und wieder zum Ayers Rock gefahren. Diesmal noch im Dunkeln und zur anderen Seite, um den Sonnenaufgang zu sehen. Hier gibt es nur einen Aussichtspunkt und wegen der vielen Reisegruppen war es sehr voll, so dass ich, um Fotos zu machen, ueber andere Leute hinweg knipsen musste. Nachdem die Sonne dann oben war, fuhren die Bustouristen aber zurueck zum Hotelfruehstueck, so dass wir in Ruhe noch ein paar Fotos machen und dann zum Informationszentrum fahren konnten. Letzteres war wenig hilfreich und wir fuhren zu einem der Parkplaetze, von dem aus man an den Wanderweg um Ayers Rock herankommt. Dieser flache, einfach zu laufende Weg ist etwa 10 km lang und fuehrt in etwas Abstand um den Stein, der selbst etwa 3.6 km lang ist. Wir haben gut zwei Stunden benoetigt, haben dabei unterwegs aber haeufig angehalten, um Fotos zu machen. An einigen Stellen ist der Stein ziemlich bizarr geformt, was sich als Fotomotiv sehr gut eignete. Anschliessend sind wir ins Kulturzentrum gefahren und haben uns die Ausstellung ueber die Aboriginies, die urspruenglich in der Gegend um Ayers Rock lebten, angesehen. Ein wenig enttaeuschend fanden wir, dass es ueber die Geologie von Ayers Rock gar keine Informationen gab. Anschliessend, es war inzwischen wieder drueckend heiss geworden, fuhren wir zurueck ins Hotel, wo wir den Tag im Zimmer verbrachten. Peggy hat Tagebuch geschrieben, wir haben gelesen, geschlafen, fern gesehen, Fotos durchgesehen und gebadet. Gegen 16 Uhr sind wir dann aufgebrochen und an Ayers Rock vorbei zu den etwa 45 km weiter westlich gelegenen Olgers gefahren. Das sind Sandsteinformationen, die aus dem gleichen Material wie Ayers Rock bestehen, nur nicht so kompakt und daher aus unserer Sicht noch reizvoller sind. Es gibt zwei kurze Wanderwege, fuer die wir an dem Abend allerdings keine Zeit mehr hatten, denn wir wollten ja wieder den Sonnenuntergang beobachten. So sind wir nur zu den verschiedenen Parkplaetzen gefahren, um uns zu orientieren und anschliessend zu einem der beiden Aussichtspunkte fuer Sonnenuntergang, von wo aus wir gemeinsam mit etlichen anderen Auto- und Bustouristen ein Farbspiel beobachten konnten, dass dem am Ayers Rock um nichts nachstand. Dann ging es in der Autokolonne zurueck zum Hotel, wo wir wieder nur kurz etwas assen und dann schlafen gingen. Da die Fahrt vom Hotel zu den Olgers etwa eine gute halbe Stunde laenger dauert als zu Ayers Rock, mussten wir am naechsten Morgen (Sa, 14. Maerz) schon um 5.00 Uhr aufstehen. Wieder haben wir den Sonnenaufgang beobachtet, diesmal von einem Aussichtspunkt, von dem aus wir nicht nur die Olgers, sondern auch Ayers Rock in der Ferne sehen konnten. Das war sehr schoen und auch nicht allzu voll. Anschliessend sind wir gleich zu einem der Wanderwege, dem Weg durch das “Tal der Winde” gefahren. Dieser 7km lange und, wie wir fanden, mit Abstand attraktivste Wanderweg war am Vortag ab 11.00 Uhr wegen zu heisser Temperaturen geschlossen gewesen. Und das Wetter sollte wieder so heiss werden. So sind wir gleich nach Sonnenaufgang die 7km in etwas ueber 2 Stunden gewandert, wobei wir unterwegs nur ein paar andere Wanderer trafen. Zwischen den hunderte Meter hohen Sandsteinbloecken entlangzulaufen war sehr beeindruckend. Als wir zurueck am Parkplatz ankamen, waren etliche Touristen da, die allerdings nur den paar hundert Meter zum ersten Aussichtpunkt und dann wieder zurueck gingen. Ausserdem war es schon wieder ziemlich heiss, so dass wir gleich ins Hotel zurueckfuhren und uns die Zeit mit den gleichen Aktivitaeten wie am Vortag vertrieben. Eigentlich wollten wir an dem Abend nicht noch einmal rausfahren, da wir ja nun Sonnenauf- und untergang sowohl bei Ayers Rock als auch den Olgers gesehen hatten. Aber dann kam es uns so vor, als wuerden wir unsere Zeit vergeuden und wir fuhren noch mal zu dem Punkt, an dem wir am Morgen den Sonnenaufgang gesehen hatten, was sehr ruhig und schoen war. Anschliessend, zurueck im Hotel, assen wir erst eine Kleinigkeit im Zimmer und gingen dann in die open-air Bar, wo es Lifemusik gab und wir eine Weile bei ein paar Bier sassen.
Auch gestern (So, 15. Maerz) sind wir frueh aufgestanden, und zwar um 5.30 Uhr, da wir eine gut dreistuendige Fahrt nach Kings Canyon vor uns hatten und dort zu einer Tageszeit ankommen wollten, zu der die Temperaturen noch ertraeglich sind. Wir packten also unsere Sachen ins Auto, wobei es so dunkel war, dass Peggy einen Baumstumpf mit einer Reisetasche verwechselte. Auf dem Lasseter Highway, diesmal in oestlicher Richtung, konnten wir einen malerischen Sonnenaufgang beobachten. Gegen 10 Uhr kamen wir in Kings Canyon an, die Fahrt hatte etwas laenger als erwartet gedauert. Da es schon ziemlich warm war, brachen wir nicht auf die sechs Kilometer lange Wandertour entlang des oberen Bergkamms auf, sondern begnuegten uns mit dem deutlich kuerzeren und flacheren Weg entlang eines ausgetrockneten Bachs im Tal. Trotzdem bekamen wir einen guten Eindruck vom Canyon und schossen ein paar huebsche Fotos. Als wir zurueck kamen, war es wieder ziemlich heiss, so dass wir gleich ins Resort weiterfuhren, dort allerdings gesagt bekamen, dass wir vor drei Uhr nachmittags nicht einchecken koennen. Also verbrachten wir die Zeit bis dahin im Hotelrestaurant gegenueber mit Lesen, Fotos durchsehen usw. Als wir dann einchecken konnten, stellte sich unser Zimmer als wirklich sehr einfache Unterkunft mit Steinfussboden und nur sehr beschraenkter Moeblierung heraus. Leider war es auch mit der Sauberkeit nicht weit her und die Klimaanlage schien auch nicht zu funktionieren, obwohl wir das typische Summen deutlich hoeren konnten. Der kleine Raum war ein Backofen. Wir luefteten eine Weile, da wurde es etwas besser. Wir waren froh, hier nur eine Nacht gebucht zu haben. Peggy legte sich eine Weile hin, waehrend ich im Waschraum, der zum benachbarten Campingplatz gehoerte, duschte. Gegen abend fuhren wir dann noch einmal zum Canyon, wo wir in Ruhe, mit nur zwei anderen Touristen den Sonnenuntergang beobachteten.
Heute brachen wir nach kurzen Fruehstueck gegen 8 Uhr auf und fuhren die gut 800km bis Coober Pedy, wo wir am spaeten Nachmittag ankamen. Wieder wechselte wir uns etwa alle zwei bis drei Stunden ab und hielten ein paar mal, um Kaffee zu trinken und zu tanken. Obwohl es entlang der Strecke genug Tankstellen gibt, dass es ausreichen wuerde, wenn wir an jeder zweiten oder dritten tanken, fahren wir trotzdem bei jeder ran, denn wenn aus irgendwelchen Gruenden eine der Tankstellen nicht geoeffnet ist, dann koennte das sonst bedeuten, dass wir warten muessen. So wuerden wir es dann immer noch zur uebernaechsten schaffen. Natuerlich ist es nicht ueberraschend, dass Benzin entlang der Hauptstrassen im Outback deutlich teurer ist, als in den dichter besiedelten Gebieten von Australien. Allerdings ist der Unterschied schon ziemlich deutlich. Waehrend wir auf der Fahrt von Melbourne nach Adelaide etwa 1.20 AUD pro Liter bezahlt haben, sind es hier oben mindestens AUD 1.45 und an ein paar Stationen bis zu AUD 1.70. Als wir vom Kings Canyon zurueck zum Lasseter Highway fuhren, mussten wir wieder aufpassen, keine Tiere zu ueberfahren. Diesmal waren ein paar dabei, die wir im Outback nicht erwartet hatten. Heute morgen waren ein Pferd, das allein unterwegs war und etliche Kamele auf der Strasse. Ausserdem haben wir diverse Emus gesehen, die allerdings schnell Reissaus nahmen, als wir uns naeherten. Hier in Coober Pedy uebernachten wir unterirdisch, genauer gesagt in einer Wohnung, die in die Seite eines Huegels hineingegraben wurde. Diese Methode wird hier schon lange verwendet und hilft, eine gute Isolation gegen die Hitze im Sommer und die Kaelte im Winter zu schaffen. Allerdings ist es schon gewoehnungsbeduerftig, nur an einer Schmalseite der Wohnung Fenster zu haben. Die Schlafzimmer und die Kueche hier sind ganz fensterlos. Morgen fahren wir weiter nach Adelaide.